Zweites Kapitel: Fātimah-Zahrā (a.s.) heiratet

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Zweites Kapitel:

Fātimah-Zahrā (a.s.)heiratet

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Fātimah-Zahrā (a.s.), die Tochter des Propheten (s.a.s.) , wuchs zu einem außergewöhnlich gebildeten und tugendhaften jungen Mädchen heran. Wie wir schon eingangs sagten, entstammten ihre Eltern den angesehensten und edelsten Großfamilien des Stammes Quraisch. Sowohl was ihr ansprechendes Äußere als auch ihre inneren, geistigen Werte und ethischen Qualitäten betraf, glich sie in vielem Vater und Mutter.

Sie entfaltete sich zu höchster menschlicher Reife.

Der Vater hatte inzwischen als Gesandter Gottes hohes Ansehen in der Gesellschaft gewonnen und sein Einfluß und seine Macht nahmen ständig zu. Dieses war mit ein Grund dafür, daß Fātimah die Aufmerksamkeit der Großen der Quraisch auf sich zog.

Obwohl sie noch sehr jung war, kamen der eine oder andere von ihnen zu Hadrat-e-Muhammad (s.a.a.), um ihn um die Hand seiner Tochter zu bitten. Dieser war jedoch keinesfalls geneigt, sie einem von ihnen anzuvertrauen und antwortete ihnen in einer Weise, daß sie annahmen, ihn mit ihrer Bitte verstimmt zu haben.[42]

Der Prophet wünsche sich Ali Ibn Abi Tālib (a . s .) für seine Tochter und hoffte, daß dieser um Fātimah bitten würde.[43]

Er. war von Gott angewiesen worden, "Licht mit Licht" zu vermählen.[44]

Abu Bakr gehörte zu jenen, die sich um Fātimah bemühten. In diesem Sinne suchte er eines Tages den Gesandten Gottes auf und sagte:

"Es würde mich freuen, meine Familie mit der deinen zu verbinden. Was hältst du davon, mir Fātimah zur Frau zu geben?"

Der Prophet antwortete:

"Noch ist Fātimah ein Kind. Darüberhinaus warte ich diesbezüglich auf eine Anweisung Gottes. Gott wird ihren künftigen Gatten bestimmen."

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Abu Bakr ging enttäuscht fort. Unterwegs begegnete ihm Umar, dem er von seinem vergeblichen Heiratsangebot berichtete.

Umar meinte:

"Der Gesandte Gottes hat deinen Antrag abgewiesen. Er möchte seine Tochter nicht dir geben!"

Auch Umar wandte sich nach einiger Zeit mit der gleichen Bitte an Hadrat-e-Muhammad (s.a.s.). Dieser jedoch entgegnete:

"Fātimah ist noch zu jung.Darüberhinaus wird Gott ihren Gatten bestim men ."

Einige Male baten Abu Bakr und Umar den Propheten um die Hand seiner Tochter, doch jedesmal erhielten sie eine abschlägige Antwort.

Abdul Rahmān, Ibn Awf und Utmān Ibn Affān, die beide zu den Wohlhabenden Mekkas zählten, schlugen dem Propheten ebenfalls vor, ihnen seine Tochter zur Frau zu geben. Abdul Rahmān sagte:

“O Gesandter Gottes! Wenn du Fātimah mit mir vermählst, bin ich bereit, ihr als "Mehrieh..[45] hundert schwarze, blauäugige Kamele, die beladen sind mit hervorragendem ägyptischen Kattun sowie 10 000 Dinar zu übergeben." Und Utmān sprach:

“O Prophet! Ich bin mit der gleichen Mehrieh für deine Tochter

einverstanden.Zudem habe ich Vorrang vor Abdul Rahmān,da ich mich früher als er dem Islam zuwandte."

Der Gesandte Gottes war erzürnt über ihre Worte. Um ihnen begreiflich zu machen, daß es ihm nicht um Geld und Gut für seine Tochter ging und daß eine Heirat kein Geschäft, kein Handel, in dem es um Kauf und Verkauf geht, darstellt, nahm er eine Handvoll Sand auf und schleuderte diesen gegen Abdul Rahmān, mit den Worten:

"Du glaubst wohl, mir geht es um deinen Reichtum! Du scheinst anzunehmen, daß ich mich Geld und Reichtum verschrieben habe! Darum unterbreitest du mir einen derartigen Vorschlag, in der Annahme, mein Einverständnis mit Geld erreichen zu können![46]

Vorschlag für Ali (a.s.)

Alle seine Freunde ahnten, daß der Prophet Ali (a.s.) als Schwiegersohn wünschte. Ali Ibn Abi Tālib aber schwieg.

Eines Tages hatten sich Umar, Abu Bakr, Sa'd Ibn Ma'ād und einige andere in der Moschee eingefunden und unterhielten sich über dieses und jenes. Mit einem Male war die Rede von Fātimah (a.s.).

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Abu Bakr sagte:

"Einige Zeit ist es nun schon, daß sich die Angesehenen der Stadt um Fātimah bemühen. Der Gesandte Gottes jedoch weist einen jeden zurück. Seine Antwort ist:

Gott ist es, der bestimmt, mit wem sie sich vermählt.-

Nur Ali Ibn Abi Tālib hat bisher noch nicht um ihre Hand angehalten. Ich vermute, er unternahm deswegen diesbezüglich noch nichts, weil er mittellos dasteht. Mir ist völlig klar, daß Gott und der Prophet Ali als Gatten Fātimahs ausersehen haben. Was haltet ihr davon, wenn wir zu Ali gehen und ihn fragen, wie er über eine Ehe mit Fātimah denkt?

Ist er einverstanden, sich mit ihr zu vermählen und unternimmt nur deswegen diesbezüglich nichts, weil er mittellos ist, so können wir ihm doch helfen, nicht wahr?"

Sa'd Ibn Ma’ād. stimmte diesem Vorschlag anerkennend zu. Salmān Fārsi berichtet:

Umar, Abu Bakr und Sa'd Ibn Ma’ād verließen die Moschee, um All aufzusuchen. Dieser war nicht in seinem Haus. Jemand sagte ihnen, daß Ali (a.s.) in einem der Dattelhaine eines der Bürger von Medina [47] sei und die Bäume bewässere.

So machten sie sich auf den Weg dorthin. Als sie ihn gefunden hatten, fragte Ali (a.s.) sie:

"Warum seid ihr gekommen?" Abu Bakr antwortete:

"Ali! Was Tugend und edle Gesinnung betrifft, bist du uns allen weit überlegen. Du bist über deine Stellung und darüber, wieviel du dem Propheten bedeutest, im Bilde.

Einige der Adeligen und Wohlhabenden der Quraisch haben um die

Hand Fātimahs angehalten, der Gesandte aber wies sie alle zurück und sagte,daß Gott es sei, der den Gatten für seine Tochter bestimme.

Ich glaube, daß du es bist, den Gott und der Prophet ausersehen haben. Jemand anderes ist dieser Ehre nicht würdig.

Warum unternimmst du nicht endlich etwas in dieser Angelegenheit?"

Als Abu Bakr so sprach, traten Ali ibn Abi Tālib (a.s.) Tränen in die Augen. Er entgegnete:

"Abu Bakr! Du hast meine innersten Gefühle angesprochen und einen Wunsch berührt, der in mir schlummerte.

Bei Gott! Alle wünschen sich Fātimah zur Frau, auch ich!

Das, was mich daran hinderte, um ihre Hand zu bitten, ist meine

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Mittellosigkeit. " Abu Bakr:

"O Ali! Sprich nicht so! Weltliche Dinge und Besitz haben für Gott und Seinen Gesandten keinen besonderen Wert. Ich denke, es wird richtig sein, wenn du so bald wie möglich zu dem Propheten gehst und um die Hand seiner Tochter anhältst! "[48]

Erwachende Wünsche ...

Ali Ibn Abi Tālib kannte das Haus des Propheten und dessen Tochter gut und wußte ebenfalls bestens über deren Denken und Gesinnung Bescheid. Beide, Ali und Fātimah (a.s.), waren in der Obhut des Propheten und Hadiğahs aufgewachsen und von ihnen erzogen worden.[49]

Ali (a.s.) war sich dessen sicher, daß er niemanden wie Fātimah(a.s.)finden würde. Niemand, keine andere Frau, kein anderes Mädchen war so geschmückt mit edelsten menschlichen Tugenden und Qualitäten wie sie.

Er hatte sie sehr gern. Mit seinem ganzen Herzen mochte er sie.

Auch wußte er, daß sich nicht immer die Gelegenheit bieten würde, Hadrat-e-Muhammd (s.a.s.) seinen sehnlichen Wunsch mitzuteilen.

Die ungünstige wirtschaftliche Situation aber, in der sich die Muslime befanden wie auch die Schwierigkeiten, die sich dem Islam in den Weg stellten, hatten Ali (a.s.) so sehr in Anspruch genommen, daß er seinen in seinem Herzen gehegten Wünschen kaum Aufmerksamkeit schenkte. Das, was ihn. im wesentlichen beschäftigte war, den Propheten und dessen göttliche Mission nach Kräften zu unterstützen.

Nun, da sein tiefer Wunsch,Fātimah zu heiraten, wachgerufen wor den war, dachte er über den Vorschlag Abu Bakrs nach. Er überlegte hin und her und berücksichtigte dabei vor allen Dingen auch die eigene Mittellosigkeit und die vielfachen Probleme, mit denen die Muslime fertigzuwerden hatten.

Andererseits war ihm klar, daß die Zeit, zu heiraten, für ihn gekommen war. Schließlich war er bereits einundzwanzig Jahre alt oder gar älter ... [50] Abgesehen davon würde er niemanden finden, der besser wäre als sie, Fātimah (a.s) ...

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Ali (a.s.) bittet um die Hand Fātimah-Zahrās (a.s.)

Die Worte Abu Bakrs hatten ihn aufgerüttelt. Der wunscn, Fātimah zu heiraten, brannte heftig in ihm. Er vermochte diesen Gedanken nicht mehr in den Hintergrund zu rücken. So nahm er sein Kamel, kehrte heim, wusch sich, hüllte sich in seinen Abā[51] und suchte den Propheten auf. Dieser befand sich im Hause Umm-e-Salamahs.

Ali (a.s.) klopfte an die Haustür. Hadrat-e-Muhammad bat Umm -e - Salamah, die Tür zu öffnen. Er sagte:

"Der, der eintreten möchte, ist jemand, den Gott und Sein Gesandter gern haben und der seinerseits Gott und seinem Gesandten in Treue und Freundschaft zugetan ist!"

Sie: “O Gesandter Gottes! Wer ist es, über den du - obwohl du noch nicht gesehen hast, wer es ist, der an die Tür klopfte - so sprichst?-

Er:" Es ist ein edler, junger, kühner Mann, der Sohn meines Onkels und mir der Liebste von allen Männern.-

Umm-e-Salamah öffnete. Ali Ibn Abi Tālib (a.s.) trat ins Haus. Er grüßte und setzte sich neben dem Propheten nieder, seine Blicke zu Boden gesenkt. Er brachte es nicht fertig, seine Bitte vorzutragen.

So saßen sie längere Zeit schweigend nebeneinander.

Schließlich sprach Hadrat-e-Muhammad (s.a.s.):

“O Ali! Es scheint, als ob du etwas auf dem Herzen hast, das du mir sagen möchtest. Geniere dich nicht, sprich! Sag, was du sagen möchtest!

Sei sicher, daß ich deinen Wunsch akzeptieren werde!" Ali Ibn Abi Tālib:

“O Gesandter Gottes! Ich bin in deinem Hause aufgewachsen. Immer hast du mir dein Wohlwollen geschenkt. Du hast mich mit Güte und Liebe umgeben, für mich gesorgt und dich um meine Erziehung und Bildung nach Kräften bemüht, wie meine Eltern es nicht vermocht hätten! Du hast mich geführt und rechtgeleitet. Bei Gott! Das, was ich in dieser wie jener Welt habe, bist du!

Nun ist die Zeit gekommen, da ich heiraten und eine Gattin wählen sollte, damit ich an ihrer Seite Ruhe und Zärtlichkeit finde. Es wäre ein großes Glück für mich, wenn du bereit wärest, mir deine Tochter Fātimah(a.s.) zur Frau zu geben."

Der Prophet antwortete erfreut:

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"Warte, damit ich Fātimah frage, ob sie mit deinem Vorschlag einverstanden ist!"

Er ging zu ihr und sagte:

"Fātimah, mein Kind! Du kennst Ali Ibn Abi Tālib gut. Er ist gekommen, um um deine Hand anzuhalten. Erlaubst du, daß ich dich mit ihm

vermähle?"

Fātimah; schwieg, freudig-verlegen. Der Prophet erkannte darin ein Zeichen ihres Einverständnisses.[52]

Sie sind sich eins ...

Nachdem er sich der Einwilligung seiner Tochter sicher war und ihre Zustimmung erhalten hatte, ging er zu Ali (a.s.) und meinte lächelnd:

"Ali, mein lieber Junge! Bist du für die Hochzeit irgenwie gerüstet?" Ali Ibn Abi Tālib:

"O Gesandter Gottes! Du bist über meine Situation im Bilde. Mein ganzer Besitz besteht aus einem Schwert, einem Kettenhemd und einem Kamel."

Der Prophet sprach:

"Du bist ein Mann des Kampfes und Ğihād.[53]

Ohne dein Schwert kannst du nicht auf dem Wege Gottes kämpfen. Es gehört zu jenen Dingen, die du brauchst!

Ebenso ist das Kamel für dich unentbehrlich, da du mit ihm für euer täglich Brot sorgen kannst. Mit seiner Hilfe bewässerst du Gärten und Haine. Bist du auf Reisen, trägt es dein Gepäck.

Das einzige, auf das du verzichten kannst, ist das Kettenhemd. Ich will es dir nicht schwermachen und es bei ihm - als Mehrieh für Fātimah- bewenden lassen.

Aber möchtest du nun ein Geheimnis kennenlernen?" "Ja, gern!"

"Bevor du heute zu mir kamst, ward der Engel Gabriel zu mir herniedergesandt worden, der sprach:

"O Muhammad! Gott hat dich auserwählt und zu seinem Botschaftsträger ernannt. Er hat auch Ali ausersehen, als deinen Bruder und Treuhänder. Vermähle ihn mit deiner Tochter Fātimah. Die Feierlichkeit zu ihrer Vermäh lung hat in der höheren Welt, in der Gegenwart der Engel, bereits stattgefunden.

Gott wird ihnen Nachkommen - edel und rein, gut und tugendhaft schenken ... Ali, mein Junge, noch hatte sich Gabriel nicht ganz entfernt,

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als du an die Tür klopftest!“[54]

Das Ehegelöbnis

Ali! Eile dich! Geh zur Moschee. Ich werde nachkommen, damit dort - in Anwesenheit der Muslime - euer Ehegelöbnis stattfinden kann."

Ali (a.s.) erhob sich und eilte zur Moschee. Unterwegs begegneten ihm Umar und Abu Bakr.dle er über die frohe Nachricht in Kenntnis setzte.

Auch der Prophet erreichte inzwischen - freudig bewegt -die Moschee. Erwies Bilāl an:

"Rufe die Muhāğirān und Ansār[55] zur Moschee!"

Als sich kurz darauf die Muslime eingefunden hatten, bestieg er die Minbār.[56] Er lobte und pries Gott und sprach:

"Leute! Wisset, daß Gabriel zu mir herniederkam und mir die Botschaft von Gott überbrachte, daß in der himmlischen Welt die
Vermählungszeremonie zur Eheschließung zwischen Ali und Fātimah vollzogen wurde,Er wies mich an, diese Zeremonie auf Erden ebenfalls zu vollziehen und euch dazu als Trauzeugen einzuladen."

Nach diesen Worten setzte sich Hadrat-e-Muhammad (s.a.s.) zu den Muslimen und gebot Ali (a.s.):

"Steh nun auf und sprich das Ehegelöbnis!" Ali Ibn Abi Tālib (a.s.) erhob sich und sprach:

"Ich danke und preise Gott für all das Gute, das er mir gewährt und bezeuge, daß es außer Ihm keinen Gott gibt! Leute! Gott hält es für uns geziemend, daß wir heiraten und fordert uns dazu auf. Gott bestimmte, daß Fātimah und ich einander heiraten.

Der Gesandte Gottes hat Fātimah mit mir vermählt und mein Kettenhemd als "Mehrieh" für sie akzeptiert. Fragt ihn und seid Zeuge.!"

Die Muslime sagten : “ O Gesandter Gottes! Hast du Fātimah mit Ali vermählt?"

Hadrat-e-Muhammad (s.a.s.) antwortete:

"Ja, Leute!"

Daraufhin erhoben alle ihre Hände zum Du’ā16 und sprachen:

"Gott segne eure Ehe und schenke euch Freundschaft und Liebe füreinander!"

Anschließend, nach dieser Vermählungszeremonie, kehrte der Prophet heim. Er wies die Frauen an, ein Freudenfest vorzubereiten.[57]

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Das Ehegelöbnis fand am ersten oder sechsten Tag des Monats Di-I-Hağğah [58], im Jahre zwei oder drei nach der Hiğra statt.[59]

Über die Wahl des Schwiegersohnes

Der Islam empfiehlt: Wenn ein junger Mann um die Hand eurer Tochter bittet, solltet ihr euch in erster Linie nach seiner Weltanschauung,seinen religiösen Ansichten und seiner Gesinnung erkundigen.

Ist er gläubig, tugendhaft, freundlich und guter Gesinnung, so akzeptiert ihn.

Eine Ehe muß nicht auf Besitz und Reichtum aufgebaut sein. Der Islam sagt uns diesbezüglich:

Reichtum macht nicht glücklich!

Wohlverhalten, Tugendhaftigkeit und Gottgläubigkeit des Bräutigams zählen mehr als sein Vermögen, da ein Mann, der gut, gottesfürchtig und tugendhaft ist, sich - auch wenn er unvermögend und mittellos ist - mehr um das Wohl seiner Frau und Kinder sorgen wird, als jemand, der zwar reich ist, aber Gott vergessen hat, da er mehr oder weniger um sein sinnliches Vergnügen und das eigene Wohlergehen bedacht ist.

Der Prophet riet: Wenn jemand um die Hand eurer Tochter anhält, willigt nur dann ein, wenn ihr mit seiner religösen Überzeugung und seiner Gesinnung einverstanden seid!

Andernfalls, wenn ihr dieses nicht beachtet, werdet ihr Unheil und Probleme für euch (und eure Tochter!) herautbeschwören.[60]

Hadrat-e-Muhammad empfahl dieses nicht nur verbal, sondern bekräftigte seine Worte durch sein eigenes Vorgehen.

Er gab der edlen Gesinnung, den geistigen und ethischen Werten und Qualitäten sowie der Gottesfurcht und Gläubigkeit Alis (a.s.) vor dem immensen Vermögen Abdul Rahmāns und Utmāns den Vorzug und sah in der materiellen Mittellosigkeit seines Schwiegersohnes keinen Mängel.

"Mehrieh,,45 Hadrat-e-Fātimah-Zahrās (a.s.)

1- Ein Kettenhemd im Werte von 400,480 oder 500 Drahmin.

2- Ein Gewand aus jemenitischem Kattun

3- Ein ungegerbtes Schafsfell

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Aussteuer Fātimah-Zahrās (a.s.)

Hadrat-e-Muhammad (s.a.s.) wies Ali (a.s.) an, das Kettenhemd

zu verkaufen, um mit dem Erlös die Aussteuer für

Fātimah (a.s) beschaffen zu können.

In den Überlieferungen werden als Verkaufspreis die Beträge 400, 480 und 500 Drahmin genannt.

In einigen Überlieferungen heißt es auch, daß Utmān das Kettenhemd gekauft und später Ali (a.s.) geschenkt habe.[61]

Ali Ibn Abi Tālib überreichte dem Propheten den Erlös. Dieser rief Abu Bakr, Salmān Fārsi und Bilāl zu sich, händigte ihnen einen Teil des Geldes aus und beaufttagte sie, damit die notwendigsten Haushaltsgegenstände für Fātimah-Zahrā zu kaufen.

Ein wenig Geld gab er Asmā, mit der Bitte, Duftwasser für seine Tochter zu besorgen.

Den Rest des Erlöses vertraute er Umm-e-Salamah an.

Abu Bakr berichtete: Als ich das Geld, das mir der Prophet gegeben hatte, zählte, sah ich, daß es genau 63 Drahmin waren, womit ich folgende Dinge beschaffte:

Ein weißes Kleid

ein großes Kopftuch

ein schwarzes Kheibar-Handtuch

eine Matte, geflochten aus Dattelpalmrinde zwei Matratzen,

eine mit Schafswolle gefüllt, die andere mit Dattelpalmfasern vier Ziegenfell-Kissen, gefüllt mit_Agb ar-Kraut

eine Bastmatte

eine Handmühle eine Messingschale

einen Lederbeutel, um Wasser damit zu befördern

eine Schüssel, um Wäsche darin zu waschen eine Milchschale

ein Gefäß, um aus ihm Wasser zu trinken

einen wollenen Vorhang

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eine Wasserkanne, um sich nach erfolgter Toilettenbenutzung damit abzuspülen.

einen einfachen Krug aus ungebranntem Ton einen Abā [62]

Als dem Propheten die Aussteuer Fātimah- Zahrās

(a.s.)gebracht wurde, traten ihm Tränen in die Augen, während er sie betrachtete.

Er sah zum Himmel empor und sprach: "O Gott! Segne ihnen ihre Ehe,-

ihnen, deren Hausstand überwiegend aus einfachem, ungebrannten Ton besteht.

Was können wir daraus lernen?

Die Eheschließung zwischen Ali und Fātimah zählt zu den bedeutendsten und beispielhaftesten der islamischen Geschichte.

Der Vater der Braut war die höchste und angesehenste Persönlichkeit der arabischen Halbinsel, ja, der gesamten islamischen Welt, - er war der Gesandte Gottes.

Und sie, die Braut, war die beste, gebildetste, klügste, war die vollkommenste aller Frauen im Islam.

Sie zählt zu den vier ganz großen, edlen Frauen der Menschheit.

Auch der Bräutigam kam aus einer der geachtetsten Familien Arabiens. Hinsichtlich Wissen, Bildung, Tapferkeit und Gesinnung war er den Großen seiner Gesellschaft weit überlegen. Zudem war er der offizielle vertreter, Vertraute und Berater des Gesandten Gottes. Er war der Held der islamischen Welt und oberster Befehlshaber der muslimischen Armee.

Man sollte meinen, daß die Hochzeit dieses Brautpaares mit Prunk und Pracht vollzogen werden müsse. Doch, wie wir sehen, zeichnete sie sich aus durch Einfachheit.

Und ebenso einfach und bescheiden war die Aussteuer der jungen Braut, der vorbildlichen Frau im Islam.

Interessant ist darüberhinaus, daß ihre Aussteuer von der Mehrieh, der Morgengabe bestritten wurde.

Das heißt, diese wurde nicht auf "die hohe Kante" gelegt", sondern von ihr wurde die Aussteuer beschafft, was dem Brautvater finanzielle

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Schwierigkeiten und Nöte ersparte.

Hadrat-e-Muhammad (s.a.s.) hätte auch anders vorgehen können. Er konn te eine sozusagen "standesgemäße" Aussteuer, wie sie in jenen Tagen üblich war, durch Geldanleihen ermöglichen.

Beispielsweise konnte er sagen:

Ich bin der Gesandte Gottes und habe auf meinen Stand und meine Stellung Rücksicht zu nehmen. Meine Tochter gehört zu den besten Frauen der Welt, auch ihr Rang und Stand sind zu wahren.

Ich muß daher alles tun, um ihr eine prächtige Hochzeit und Aussteuer zu finanzieren.

Mein Schwiegersohn zählt zu den namhaften Persönlichkeiten der islamischen Welt und niemandem sind seine hohen Verdienste und Leistungen verborgen.

Um ihn und seine Bemühungen zu würdigen, muß ich meiner Tochter eine erstklassige Mitgift beschaffen ...

Hadrat-e-Muhammad (s.a.s.) jedoch erkannte die Gefahr, die durch ein "Wettrennen" in Mehrieh- und Aussteuerangelegenheiten ausgelöst wird. Er wußte, wenn die Muslime in derlei Dingen miteinander wetteiferten, würden einer allgemeinen Verarmung Tür und Tor geöffnet.

Zudem konnte ein Anwachsen der Scheidungsquote die Folge sein wie auch unter den Heiratsfähigen die Tendenz, auf eine Ehe zu verzichten, um derlei - ihnen unerschwinglichen - Ausgaben aus dem Wege zu gehen. Dieses aber hätte soziale Miseren im Gefolge wie: Unzucht, Vergewaltigung, Sittenverfall und gesellschaftlichen Verderb.

Aus diesem Grunde achtete er auf Einfachheit und Erschwinglichkeit, um auch diesbezüglich den Muslimen wie auch Verantwortlichen in der islamischen Welt Vorbild und Orientierungshilfe zu sein.

Zudem gehörte Ali Ibn Abi Tālib (a.s.) nicht zu jenen kleingeistigen Männern, die "schwiegerväterlichen" Geldes oder des Vermögens der Braut wegen eine Ehe eingehen,-

oder - anderenfalls - tagtäglich über die knappbemessene Aussteuer der Angetrauten die Nase rümpfen. Nein, keinesfalls!

Ali (a.s.) war künftiger Imam und Führer der Ummah [63] und darum bemüht, irrigen Wertvorstellungen und Anschauungen ein Ende zu bereiten.

Aus seiner Sicht besaßen irdische Güter keinen wirklichen Wert.

Sein Hausstand;

Ali Ibn Abi Tālib (a.s.) brachte folgende Haushaltsgegenstände mit in die Ehe:

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Eine Holzleiste, an der sie ihre Kleidung und ebenfalls
den Wasserschlauch aufhängen konnten
ein Schafsfell
ein Kopfkissen
einen Wasserschlauch ein Sieb zum Mehlsieben

Er möchte Fātimah, seine Braut, zu sich holen

Ali (a.s.) berichtet: Etwa einen Monat lang genierte ich mich, mit dem Propheten über Fātimah (a.s.) zu sprechen. Er aber erwähnte bisweilen, wenn wir allein waren:

Na, Ali, bist du zufrieden? Ich habe dich mit der besten aller Frauen vermählt! -

Eines Tages kam mein Bruder Aqil zu mir und sagte: Bruder, ich freue mich über deine Heirat. Warum aber sagst du dem Propheten nicht, daß du Fātimah nun zu dir holen möchtest? -

Ich antwortete: Sehr gern würde ich das tun, aber ich geniere mich, mit dem Propheten darüber zu sprechen.-

Aqil entgegnete: Bei Gon! Komm, wir wollen auf der Stelle zu ihm gehen.-

So gingen Ali (a.s.) und Aqil zum Hause Hadrat-e-Muhammads.

Unterwegs begegnete ihnen Umm-e-Ayman. Sie teilten ihr ihr Vorhaben mit. Umm-e-Ayman sprach:

Laßt mich mit dem Propheten reden, da in solchen Angelegenheiten die Worte einer Frau wirksamer sind.-

Alle, Umm-e-Salamah und die anderen Frauen, erfuhren davon und machten sich auf den Weg zum Hause des Propheten. Sie sagten:

"O Gesandter Gones! Wir kommen in einer Angelegenheit, die Hadiğah, wä re sie noch unter uns, gewiß erfreuen würde.-

Als sie den Namen Hadiğah nannten, wurden seine Augen feucht. Er sprach: Hadiğah, 0 Hadiğah! Wo wäre jemand wie Hadiğah zu finden?! Als mich die Leute mieden und alles dementierten, was ich sagte, unterstützte und ermutigte sie mich. Sie gab ihren gesamten Besitz auf dem Wege Gones hin, zur Verbreitung Seiner Religion.

Hadiğah war jene Frau, über die Gott sagte - und mir gebot, es ihr auszurichten! - daß Er ihr im Paradies ein Schloß aus Smaragden habe errichten lassen.-

Umm-e-Salamah bestätigte: Ja, das, was du über Hadiğah sagst, ist

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wahr! Gott möge uns an ihrer Seite zu sich rufen. Doch, O Gesandter Gottes, Ali (a.s.) möchte seine Frau zu sich holen!-

Er: 'Warum spricht er dann selbst nicht darüber? Sie: Er geniert sich.-

Daraufhin sagte der Prophet: Bringt Ali zu mir!-

Als Ali (a.s.) zu ihm trat, sprach Hadrat-e-Muhammad (s.a.s.) : o Ali, möchtest du deine Frau zu dir holen?

Ali (a.s.) : Ja, gern!

Er: Gott möge Seinen Segen dazu geben. Heute oder morgen abend werde ich alles zu eurer Hochzeit vorbereiten.-

Die Frauen wies er an: Schmückt Fātimah zu ihrer Hochzeit, besprengt sie mit Duftwasser und richtet einen Raum her, in dem die Hochzeit stattfinden kann.[64] _

Hochzeitsmahl ...

Der Prophet (s.a.s.) sagte zu Ali (a.s.): Zu einer Hochzeit gehört ein Gastmahl. Ich hätte gern, wenn die Muslime zur Hochzeit Gäste einladen, um sie zu bewirten.-

Sa'd, der die Worte des Gesandten Gottes gehört hatte, meinte:

Ich werde zur Hochzeit ein Schaf schlachten lassen. Auch die anderen Freunde des Propheten gaben zu dem Gastmahl, was ihnen erschwinglich war. Hadrat-e-Muhammad (s.a.s.) sagte zu Bilāl:

Bring das Schaf her, dann zu AIi:

Schlachte es!

Daraufhin gab er ihm 110 Drachmin und sprach:

Kaufe damit Bratöl, Datteln und Kaschk, 348 _ alles wurde beschafft, auch Brot.

Muhammad (s.a.s.) wies Ali (a.s.) an:

Lade nun zu eurem Gastmahl ein, wen du möchtest.-

Ali Ibn Abi Tālib (a.s.) lud viele der Muslime zu dem Hochzeitsessen , das aus Fleisch, Brot, Kaschk und Datteln bestand, ein.

Da viele Gäste kamen, doch nicht alle gemeinsam im Hause bewirtet werden konnten, setzten sie sich gruppenweise - jeweils zu zehn Personen .; um das Eßtuch herum und aßen. Der Prophet bewirtete sie persönlich. Zu den Hochzeitsgästen gehörten Hamzah und Abbās, die Onkel Hadrat - e - Muhammads und Hadrat-e-Alis (a.s.) wie auch Aqil, der Bruder Alis.

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Nun, auf diese Art, das heißt, indem sie gruppenweise bewirtet wurden, konnten viele Gäste gesättigt werden.

Dann, nachdem alle gespeist hatten, ließ der Prophet das Übriggebliebene . zu den Häusern der Bedürftigen tragen. Auch für Ali und Fātimah (a.s.)stellte er ein Gericht beiseite.92

Hin zum Hochzeitsgemach ...

Die Frauen schmückten Fātimah (a.s.) und besprengten sie mit Duftwasser. Daraufhin rief der Prophet Hadrat-e-Ali zu sich und ließ ihn zu seiner Rechten, Fātimah zu seiner Linken niedersitzen.

Er drückte beide an sich und küßte ihnen die Stirn. Dann nahm er die Hand der jungen Braut und legte sie in die Hand des Bräutigams.

Zu Ali sprach er:Fātimah ist eine gute Gattin!!

Und zu Fātimah: Ali ist ein guter Gatte!

Nun wandte er sich an die Frauen und gebot: Geleitet das Brautpaar zum Hochzeitsgemach und laßt Freude und Frohsinn dabei walten. Doch tut oder sagt nichts, was Gott mißfällt.-

Die Frauen geleiteten Fātimah und Ali (a.s.) jubelnd zum Hochzeitsgemach . Der Prophet folgte ihnen.

Als er den Raum betreten hatte, ließ er eine Schale Wasser bringen.

Er besprengte Fātimah mit ein wenig Wasser und gebot ihr, mit dem übrigen den "Wudū" [65] zu vollziehen und den Mund auszuspülen. Danach ließ er alne weitere Schale Wasser holen, besprengte Ali damit und wies auch ihn an, Wudū zu machen und den Mund auszuspülen.

Als das geschehen war, küßte er beide, hob die Hände zum Du'ā 16

empor und sprach:

"O Gott! Segne diese Hochzeit und laß eine gute reine Nachkommenschaft

aus diesem jungen Brautpaar hervorgehen.

Er wollte den Raum verlassen, doch Fātimah hielt ihn an seinem Gewand zurück und begann zu weinen.

Er sprach: Mein Kind! Ich habe dich mit dem besten, gebildetsten und gütigsten Mann vermählt.

Mit diesen Worten schritt er auf die Tür des Gemachs zu, erfaßte mit beiden Händen ihren Rahmen und sagte:

Gott möge euch und eure Nachkommen rein und edel erhalten.

lch bin Freund eurer Freunde und Feind eurer Feinde.

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Nun aber verabschiede ich mich von euch und vertraue euch Gott an! Er ging, schloß die Tür hinter sich zu und sprach zu den Frauen:

Geht nun in eure Häuser, niemand soll das Brautpaar stören. Sie entfernten sich.

Als auch der Prophet gehen wollte, sah er, daß eine der Frauen geblieben war.

Er fragte: Wer bist du? Hast du nicht gehört, daß ich sagte, alle haben nun fortzugehen? -

Sie: Ich bin Asmā'. Ihr sagtet: Verlaßt nun dieses Haus!!!

Mich aber betrifft diese Anordnung nicht, denn ich stand Hadiğah, als sie starb, bei. Als ich sah, daß sie weinte, fragte ich:

Warum weinst du, Hadiğah? Du, die du doch die beste aller Frauen bist und die Gattin des Propheten? Obwohl dir doch das Paradies verheißen ward? Hadiğah antwortete: Ich weine, weil ich weiß, daß ein jedes Mädchen in der Hochzeitsnacht einer Frau bedarf, der es sich anvertrauen kann und die ihm behilflich ist, wenn es etwas benötigt. Ich scheide nun aus dieser Welt, aber ich bin besorgt, daß Fātimah in der Hochzeitsnacht keine Vertraute im Hause hat.-

Ich antwortete ihr: Wenn ich an jenem Abend noch leben sollte,so werde ich, das verspreche ich dir, in ihrer Nähe bleiben und wie eine Mutter für sie sorgen.-

Als der Prophet den Namen " Hadiğah" hörte , traten ihm unwillkürlich Tränen in die Augen. Er sprach:

O Asmā’, bist du deswegen geblieben?-

Sie: Ja!

Er: So handle gemäß deinem Versprechen. [66]

Besuch bei Fātimah und Ali (a.s.)

Am nächsten Morgen ging Hadrat-e - Muhammad (s.a.s.) mit einer Schale Milch zu dem jungen Ehepaar.

Mit den Worten: "Trink!", reichte er seiner Tochter die Schale.

Nachdem sie getrunken hatte, wandte er sich an Ali und forderte ihn ebenfalls auf, von der Milch zu trinken.[67]

Dann fragte er Ali (a.s.) :

Wie ist deine Frau?

Ali Ibn Abi Tālib antwortete:

Sie ist mir beste Unterstützung in dem Bemühen, Gottes Wort zu befolgen.

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An Fātimah (a.s.) stellte der Prophet die gleiche Frage:

Wie ist Ali?

Sie: Er ist der beste Gatte! [68]

Daraufhin suchte der Gesandte Gottes erst am vierten Tag nach ihrer Hochzeit Ali und Fātimah (a.s.) wieder auf. Er setzte sich zu ihr und sprach mit ihr, sagte:

Bist du mit deinem Mann zufrieden?

Sie:

Lieber Vater! Gott hat mir den besten aller Männer zum Gatten bestimmt. Die Frauen der Quraisch aber, die kamen, um mich zu besuchen, machten mir, anstatt mich zu beglückwünschen, das Herz schwer.

Sie sagten: Dein Vater hat dich mit einem armen Mann vermählt, obgleich wohlhabende, angesehene Persönlichkeiten um deine Hand angehalten haben.-

Der Prophet antwortete:

Dein Vater und dein Gatte sind nicht arm, mein Kind! Bei Gott! Jene versprachen allen Reichtum der Erde zu geben, doch ich lehnte ab und gab Wohl und Glück des Jenseits vor den irdischen Gütern den Vorzug. Mein Liebes! Ich vermählte dich mit einem Mann, der sich früher als alle anderen dem Islam zuwandte und der, was Bildung, Wissen, edle Gesinnung und Vernunft betrifft, allen anderen weit überlegen ist.

Gott hat deinen Mann - wie auch mich - aus der Menge aller Menschen ausgewählt. Du hast einen guten Mann, wisse seinen Wert zu schätzen! Achte ihn und füge dich dem, was er sagt! -

Er rief Ali (a.s.) zu sich und sagte:

Sei freundlich und liebevoll zu deiner Frau. Wisse, daß Fātimah ein Teil meines Herzens ist. Ein jeder, der sie betrübt, betrübt mich. Und ein jeder, der sie erfreut, erfreut mich!

Nun aber verabschiede ich mich von euch und vertraue euch Gott an. [69] -

Mağlisi schreibt: Das Vermählungs-Hutbah wurde im Monat Ramadān verlesen, die Hochzeit aber fand am ersten oder sechsten Tag des Monats Di-Hağğah statt.

Ali und Fātimah (a.s.) wohnten zunächst in einem kleinen Haus, ein wenig vom Hause des Propheten entfernt.

Diese wenn auch nur geringe Entfernung aber war Hadrat-e- Muhammad (s. a.s.) schwer zu ertragen. Darum kam er eines Tages zu Fātimah (a.s.) und

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wünschte:

Ich möchte euch so gerne in meine Nähe holen.-

Sie: Sprich mit Hāritat Ibn Nu’mān. Vielleicht ist er bereit, uns eine Wohnung zur Verfügung zu stellen.-

Hadrat-e-Muhammad (s.a.s.) entgegnete:

Hāritat - Ibn Nu'man hat uns sein Haus überlassen und ist deshalb selbst ausgezogen. Ich geniere mich, ihn darum zu bitten.

Als Hāritat Ibn Nu'man von diesem Wunsch hörte, suchte er sogleich den Propheten auf und sagte:

o Gesandter Gottes! Ich und mein gesamter Besitz stehen dir zur Verfügung. Ich wünschte, du würdest Fātimah in meinem Hause wohnen lassen.

Und so geschah es. Hadrat-e-Muhammad (s.a.s.) holte Fātimah und Ali (a.s.)in das Haus des Hāritat-Ibn-Nu'man, [70] d.h., in seine Nähe.